So, 29.05. 20:00

Meisterkurs Prof. Ludger Lohmann

Dozentenkonzert

Werke von August Gottfried Ritter, Samuel de Lange, Hermann Keller und Franz Liszt

 

Das Programm huldigt einerseits einigen Jubilaren, vor allem den vor 200 Jahren geborenen Komponisten Franz Liszt und August Gottfried Ritter, weist aber auch Bezüge zu Thüringen und zu Stuttgart auf.

Ritter studierte u. a. bei Johann Nepomuk Hummel in Weimar. Er war Domorganist in Merseburg, schrieb seine zweite Sonate aber schon als Domorganist in Magdeburg. Diese Sonate, wie auch die dritte, die Franz Liszt gewidmet ist, stehen formal unter dessen Einfluss, sie sind zwar mehrteilig, aber ohne voreinander getrennte Sätze aufzuweisen. Mehrere thematische Elemente, die teilweise melodisch aufeinander bezogen sind, werden charakterlich variiert, ganz ähnlich, wie Liszt dies in seinen symphonischen Dichtungen, und in seinen Orgelwerken in der Fantasie über „Ad nos“ tut.

Der in Holland geborene Samuel de Lange junior hatte zunächst bei seinem gleichnamigen Vater Unterricht, später auch kurz bei dem Liszt-Schüler und wichtigen Orgelinterpreten Alexander Winterberger. Er wurde 1895 Professor am Konservatorium in Stuttgart und war von 1900 bis 1908 dessen Direktor. Als Orgellehrer genoss er internationalen Ruf, hatte u.a. auch amerikanische Schüler und demzufolge enge Verbindungen in die USA. Seine 4. Sonate, stilistisch im weitesten Sinne in der Nachfolge Mendelssohns angesiedelt, ist dem bedeutenden amerikanischen Organisten Clarence Eddy gewidmet, ihr 4. Satz besteht aus Variationen über „The Star-spangled Banner“, die amerikanische Nationalhymne.

Hermann Keller, in Stuttgart geboren, studierte Orgel bei Karl Straube und Komposition bei Max Reger, mit welchem er auch als Klavierduopartner konzertierte. Seine erste Anstellung fand er nach dem Studium als Organist an der Stadtkirche (Herderkirche) in Weimar, bevor er 1916 wieder nach Stuttgart zurückging, dort später Professor an der Musikhochschule wurde und diese nach dem 2. Weltkrieg sechs Jahre als Direktor leitete – und wiederaufbaute. Sein noch im Studium geschriebenes op. 1 hat er nachweislich kurz nach ihrer Fertigstellung an der Walcker-Orgel in Ilmenau aufgeführt.

Franz Liszts Fantasie und Fuge über „Ad nos, ad salutarem undam“ entstand 1850 in Weimar, wo er – u.a. in der Nachfolge Hummels - ab 1848 Hofkapellmeister war. Sie ist sein erstes und größtes Orgelwerk, war auch das bis dahin umfangreichste Orgelwerk überhaupt. Das aus der Meyerbeer-Oper „Der Prophet“ entnommene Choralthema wird in mannigfaltigster Weise variiert und in in einer mehrschichtigen Form verarbeitet.

 

Eintritt: 10 / 7 Euro (Abendkasse)